Zitat des Monats Mai

Berlin ist laut und dumm und stinkt
Ist es ein Wunder, wenn man trinkt?

Wiglaf Droste

Zum Tod von Wiglaf Droste

Es ist schon einige Jahre her, da suchten wir nach einer unserer Shows wie damals üblich das Lokal „Hebeda’s Familieneinkehr“ auf. An einem der Tische saß Wiglaf Droste, der am selben Abend eine Lesung in Dresden bestritten hatte. Wir kamen rasch mit ihm ins Gespräch, das Bier floss in Strömen. Droste, der um 1990 mit der „Höhnenden Wochenschau“ und dem „Benno Ohnesorg Theater“ zwei der ersten Lesebühnen mitbegründet hatte, gab uns für Sax Royal einige gute Ratschläge. Zur Krönung des Abends stieg er irgendwann auf den Kneipentisch, setzte sich seinen Hut auf und rezitierte laut das Gedicht Venus und Stalin von Peter Hacks. Wir werden den Abend nicht vergessen. Und Drostes großartige Texte bleiben ohnehin für immer lebendig.

Ein paar schöne Worte zum Tod von Wiglaf Droste hat im Schweizer Rundfunk Dr. Jürgen Roth gesprochen, der am 22. August als Gastautor mit uns beim Sommergastspiel „Das ist Natur, Kunde!“ unserer Lesebühne Sax Royal im Deutschen Hygiene-Museum lesen wird:

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Donnerstag, 9. Mai: Lesebühne Sax Royal in der Scheune mit Gastautor Cornelius Pollmer

Wie immer am zweiten Donnerstag des Monats präsentiert unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal am 9. Mai in der Scheune eine brandneue Show. Der Frühling wird die Stammautoren Michael Bittner, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth beflügeln und sie zu gefühlvollen Versen, munteren Geschichten und beschwingten Lieder inspirieren. Wie immer dürfen sich die Fans der Lesebühne aber auch noch auf einen besonderen Gastautor freuen. Diesmal ist es Cornelius Pollmer.

Cornelius Pollmer (Foto: Stephan Floss) ist Journalist, Autor und Moderator. Er schreibt für die Süddeutsche Zeitung, vor allem über den Osten Deutschlands und über Medien. 2018 erschien der Band „Randland“ mit vielen Texten aus den neuen Bundesländern. 2019 folgt das Buch „Heut ist irgendwie ein komischer Tag“, eine Reportage über einen Sommer in Brandenburg. Pollmer moderiert unter dem Titel „Samt & Sonders“ eine experimentelle Gesprächsreihe am Dresdner Staatsschauspiel und lebt diese Stadt auch sonst bis zum Äußersten, nicht zuletzt als ordentliches Mitglied der Sportgemeinschaft Dynamo Dresden.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 9. Mai | Donnerstag | 20 Uhr | Scheune (Alaunstraße 36-40) | Tickets im Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

Zitat des Monats April

Men and their work are much more closely interrelated to-day all over our planet than they were ever before. It has been rightly observed that in our present age we are witnessing a Voelkerwanderung, a migration such as never was seen before. […] All racial distinctions, all strict local separation between various linguistic, cultural and racial units are becoming more and more obsolete, and this at a very rapid pace. The time may not be very distant when the more marked distinctive features dividing mankind into racial and national groups will have been more or less obliterated, and one general human ‘mongrel’ type will have evolved in their stead.

Franz Borkenau: Socialism National or International (1942)

Donnerstag, 11. April: Lesebühne Sax Royal in der Scheune mit Gaststar Jens Rosemann

Der Scherzmonat April bietet beste Voraussetzungen für die heiteren Geschichten, lustigen Lieder und fragwürdigen Späße unserer Dresdner Lesebühne Sax Royal. Die Stammautoren Michael Bittner, Roman Israel, Max Rademann und Stefan Seyfarth präsentieren am Donnerstag, den 11. April, in der Scheune die neuesten Früchte ihres künstlerischen Schaffens. Ein Abend für Leute, die nicht ihr Gehirn abschalten müssen, um sich amüsieren zu können! Mit dabei ist wie immer auch ein Gast aus der Ferne, diesmal Jens Rosemann.

Jens Rosemann stammt aus Schwarzenberg im Erzgebirge. Nach Jahren in Dresden lebt er inzwischen in Leipzig, wo er als freischaffender Illustrator und Filmemacher arbeitet. Er betreut die Animationsabteilung des Labels Kumpels & Friends. Gemeinsam mit Max Rademann ist er Schöpfer des legendären Animationsfilme um das Erzgebirgs-Duo Peschi & Poschi. Als Gast der Lesebühne Sax Royal präsentiert er einige filmische, musikalische und literarische Perlen seines Werkes.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 11. April | Donnerstag | 20 Uhr | Scheune (Alaunstraße 36-40) | Tickets im Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

Neues Buch von Roman Israel: Berlin – My bearded beast

Es ist vollbracht. Roman Israel und seine Schwester, die Illustratorin Inga Israel, haben wieder einmal ein neues Buch fertiggestellt. Diesmal ausschließlich mit bissigen Texten und Illustrationen über Berlin.

Es geht natürlich um sehr gewichtige Dinge: Vegane Tütensuppenpartys auf der Spree. Hippe Flüssigwürze-Startups aus Neukölln. Wie sich Lecks in der städtischen Gasleitung ganz einfach und unkompliziert mit Kaugummi, Klebeband und dem kleinen Finger abdichten lassen. Warum die Hauptstädter Flüchtlinge aus Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg zunehmend skeptisch sehen. Wie ein Dönerladen mit freiem WLAN-Zugang das Auslaufmodell Coworking-Space retten könnte. Wie der Traumberuf Bartstylist Kreativen neuerdings als Karrieresprungbrett (da Arbeit am lebendigen Kunstwerk!) dient. Wie der Trend Stille Örtchen ohne Klodeckel per Dekret mit festen Schließzeiten zu versehen, sich sukzessive in die Herzen der Großstädter spielt. Und und und … Lest rein. Gibt’s am Büchertisch und im Onlineshop (Link unten)!

6 Geschichten von Roman Israel & 6 Illustrationen von Inga Israel
36 Seiten
Berlin 2019

Hier erhältlich:
https://ingaisrael.de/shop/berlin-my-bearded-beast/

Zitat des Monats März

Daß so viele Menschen selbst die geringfügigen Gedanken, die sie haben, nicht ausdrücken können!

Eckhard Henscheid, Die Vollidioten

Das neue Buch von Stefan Seyfarth: „Dreck auf Schnee“

Fünfzehn Jahre mussten die Fans des Dresdner Dichters Stefan Seyfarth warten: Nun ist sein zweiter Gedichtband erschienen, der die Nachfolge des Debüts dresden dilemma (Voland & Quist, 2004) antritt. Stefan hat seine allerbesten Gedichte aus den vergangenen Jahren für dieses neue Buch ausgewählt. Er huldigt seinen Vorbildern, die aus dem Spoken Word ebenso kommen wie aus der Sächsischen Dichterschule. Er bedichtet in Hassliebe seine Heimatstadt Dresden, ihre fiesen Rentner ebenso wie ihre paradiesischen Kneipen. Er schreibt über die Verzückung des Frühlings wie die Ödnis des Winters. Der studierte Fortwissenschaftler besingt die Natur, der gelernte Erzieher die Kindheit. Und alles in feinsten bis fettesten Reimen.

Stefan Seyfarth: Dreck auf Schnee. Gedichte 2007-2017. Dresden: zwiebook, 2019, 10 Euro

Michael Bittner: Wider die Saftschlucker

Es gibt Menschen, denen, weil sie viel reden müssen, keine Zeit zum Denken bleibt. Nicht zuletzt Politiker sind von diesem Übel bedroht. Ihre Worte haben keinerlei Gehalt, sie sind austauschbar. In den meisten öffentlichen Diskussionen sind die Worte eigentlich verzichtbar, die Protagonisten bei Sandra Maischberger oder Maybrit Illner könnten einander auch mit Schaumstoffknüppeln verhauen.

Ab und zu gelingt es einem Politiker oder einer Politikerin doch einmal, durch einen pointierten Spruch das dösende Publikum aufzuwecken. Dann wird ihm oder ihr von Konkurrenten der Vorwurf gemacht, die Äußerung bewege sich auf „Stammtischniveau“. Dabei müssten die Politiker, die so klagen, selbst zumeist ziemlich lange klettern, bis sie beim Stammtischniveau ankämen. Vor allem aber stellt sich die Frage: Was sind das eigentlich für trübe Tassen, die glauben, es wäre ehrenrührig, mit einem Stammtisch in Verbindung gebracht zu werden?

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Donnerstag, 7. März: Sax Royal in der Scheune mit Gastautorin Tanasgol Sabbagh

Ausnahmsweise eine Woche früher als gewohnt liefert am Donnerstag, den 7. März, unsere Dresdner Lesebühne Sax Royal ihre monatliche Show in der Scheune ab. Neue Geschichten, Gedichte und Lieder gibt’s von den vier Stammautoren: Michael Bittner stellt philosophische Weltbetrachtungen der heiteren Art an. Roman Israel erschüttert das Publikum mit grotesken Storys. Max Rademann erzählt von sonderbaren Gestalten im Erzgebirge und anderswo. Stefan Seyfarth macht sich auf seine hassgeliebte Heimat mehr als einen Reim. Wie immer haben sich die Royalisten aber auch noch einen literarischen Gast eingeladen: Diesmal begrüßen sie erstmals Tanasgol Sabbagh.

Tanasgol Sabbagh ist Spoken-Word-Performerin und tritt seit 2011 deutschlandweit mit ihren Texten auf. In diesen beschäftigt sie sich oft mit gesellschaftlichen Konflikten, zu denen sie immer einen persönlichen Bezug herstellt, und reflektiert über die Bedeutungen von Ungleichheit und Gleichwertigkeit. Ihren Bachelor machte sie in Orientwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik. Sie engagiert sich als Vorstandsmitglied der Slam Alphas für die Unterstützung von Frauen* und Mädchen* in der Slamszene. Derzeit lebt sie in Berlin und ist Mitglied der Lesebühnenshow Parallelgesellschaft in Neukölln.

Sax Royal – die Dresdner Lesebühne | 7. März | Donnerstag | 20 Uhr | Scheune (Alaunstraße 36-40) | Tickets im Vorverkauf: 5 Euro zzgl. Gebühr, Abendkasse: 5/7 Euro

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